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Blasmusik im Allgäu – die Chronik des Musikverein Reicholzried e.V.

Blasmusik im Allgäu ist schon sehr früh feststellbar und speziell in Reicholzried konnte bereits aus den Rechnungsbüchern der Pfarreichronik eine Musica seit dem 25.7.1775 nachgewiesen werden. Die in frühen Jahren immer wieder notierte „Musica“ wurde dann 1827 erstmals als Musikkapelle mit Dirigent Hochmeyer erwähnt. Weitere Niederschriften im 19. Jahrhundert, welche die Existenz der Musikkapelle beweisen, konnten in den Büchern der Kirchenstiftung nachgelesen werden.

Um das Jahr 1870 entstand das erste Foto der Musikkapelle Reicholzried mit 10 Musikern. In den folgenden Jahren wurden in den vorhandenen Belegen Auszahlungen in Gulden an Musikanten und Dirigenten bestätigt. Im Jahre 1911 wirkte die Musikkapelle in historischen Uniformen bei den „Freilichtspielen“ in Altusried mit. Erstmals stellte die Musikkapelle 1925 bei einem Musikfest in Altusried ihr Können in der Mittelstufe unter Beweis. Die Gründung des Vereins „Harmonie-Musik Reicholzried“ erfolgte 1926. Von da an leitete der Musiker Lorenz Fleschutz über 30 Jahre die Geschicke des Vereins. Leider riß der 2. Weltkrieg große Lücken in die Kapelle. Im September 1946 erlernten 26 Jugendliche unter Stadtkapellmeister Synderhof das Musizieren und von da ab war wieder ein vollbesetzter Klangkörper gesichert. Weitere Ausbildungen von Jugendlichen erfolgten 1953 und 1958 unter dem bewährten Musiklehrer Xaver Witzigmann aus Altusried.

Der Verein wurde unter Vorstand Alois Schwenk 1958 neu gegründet und trat dem Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) bei. 1959 präsentierten sich die Reicholzrieder Musikanten erstmals in einer neuen Allgäuer Tracht. Als dann 1960 der Posaunist und Ehrendirigent Xaver Hartmann die Stabführung übernahm, konnten in den folgenden Jahren neben einer intensiven Jugendausbildung sehr beachtliche musikalische Erfolge verbucht werden. Jedes Jahr wurde an den Musikfesten und Wertungsspielen des ASM teilgenommen und meist ausgezeichnete Ergebnisse erzielt.

1975 wurde das 200-jährige Bestehen der Musikkapelle Reicholzried in Verbindung mit dem 10. Bezirksmusikfest gefeiert. Dabei wurde in einer Feierstunde auch die Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten verliehen. Nikolaus Schaber übernahm 1981 eine gut ausgebildete, über 40 Mann starke Kapelle und konnte damit schon beachtliche Erfolge verbuchen. Bei Auftritten in Südfrankreich, im Schweizer Wallis, im Schwarzwald und in der Eifel konnten die Reicholzrieder Musikanten viel Beifall und Anerkennung entgegen nehmen. Im Jahre 2000 wurde im Rahmen des 29. Bezirksmusikfestes das 225-jährige Gründungsjubiläum gefeiert. Mittlerweile ist die Musikkapelle auf 60 Aktive angewachsen und sieht optimistisch in die Zukunft. Seit 2007 leitet Norbert Meggle als Vorstand die Geschicke des Vereins. Musikalisch ist seit 2010 Georg Hartmann als Dirigent für die Leitung der Musikkapelle verantwortlich.

In früheren Zeiten und auch noch unter der Stabführung von Dirigent Johann Müller fanden die Musikproben bis 1955 in den Wohnstuben statt. Durch eine verstärkte Jugendausbildung wurden dann die Proberäume in die Schule, später in das Jugendheim verlegt. 1975 konnte vom Schützenverein und dem Musikverein ein gemeinsames Vereinsheim bezogen werden, welches überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde. Sämtliche Proben und Veranstaltungen wurden nun im gemeinsamen Schützen- und Musikheim abgehalten. Besonders bei größeren Veranstaltungen zeigten sich bald Probleme, so daß die Musiker nach einer besseren Lösung suchten. Unter der Führung von Konrad Geiß, welcher von 1967 bis 2001 als Vorstand die Geschicke des Vereins leitete, begann man mit der Planung und dem Bau eines großen Musik- und Bürgerheimes. Mit finanzieller Unterstützung der Marktgemeinde, vielen Spenden der Bürger und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder konnte 1992 dieses Haus bezogen werden. Durch den großen Saal für bis zu 400 Besuchern, eine großzügige Bühne mit modernster Technik und den zahlreichen Probe- und Nebenräumen hat sich dieses Haus inzwischen zum kulturellen Mittelpunkt entwickelt.

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